Das Buch auf einer Postkarte

 

Am Anfang des Jahres 1933 kamen die Nazis an die Macht. Da Anna und ihre Familie Abstammung waren, zogen sie in die Schweiz, um vor den Nazis zu fliehen. Annas Vater war ein berühmter Journalist und hatte viele Zeitungsartikel jüdischer geschrieben. Die Familie emigrierte in die Schweiz, wo sie zunächst im besten Hotel von Zürich wohnte. Nach einiger Zeit zogen sie, weil ihnen das Geld ausgegangen war, in einen einfachen Gasthof an den Zürichsee. Der Vater konnte keine Artikel für die Zeitung schreiben, da die Schweizer sich darin in ihrer Neutralität gefährdet sahen. Da ein hohes Kopfgeld auf den Vater ausgesetzt wurde, musste die Familie aus der Schweiz fliehen. Sie flohen in das alliierte Paris. Für das Geld , das sie noch hatten, konnten sie sich nur eine kleine Wohnung leisten. Jedoch blieb kaum Geld für neue Kleider. Also musste der Vater auch noch Drehbücher schreiben. Einmal hatte er Glück, denn ein Regisseur wollte es verfilmen. Nachdem das Manuskript angenommen wurde, zog die Familie nach London, wo sie auf ein besseres Leben hoffen.
Denis & Sebastian

 

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Schulregeln

Zürichsee 1933

Die Dorfschule ist eine Schule für mädchen und Jungen. Die Mädchen dürfen nicht durch den Mittelgang gehen, denn der ist den Jungen vorbehalten. Hieran wird deutlich, dass die Jungen höher angesehen sind als die Mädchen. Mädchen und Jungen haben keinen Kontakt, sie spielen nicht gemeinsam und sprechen nicht zusammen. Wenn es jedoch passiert, dass ein Junge sich in ein Mädchen verliebt, zeigt er es, indem er mit Schuhen oder Steinen nach dem Mädchen wirft.

Die Schule wird nur von Mädchen besucht. Sie tragen als Schuluniform schwarze Kittel über ihren Kleidern. Im Geschichts- und Erdkundeunterricht müssen die Schülerinnen lange Texte auswendig lernen.

Paris 1935

Bielefeld 2000

In unserer Klasse achten wir sehr auf Kleidung und Benehmen. Kinder, die sich nicht anpassen, werden ausgeschlossen. Die Jungen sitzen auf der Fensterseite, die heller ist. Die Mädchen sitzen auf der Wandseite im Schatten. Bei uns versucht ein verliebter Junge auf sich aufmerksam zu machen, indem er besonders sportlich ist. Manche Mädchen wenden die gleiche Methode an, andere reden nicht mit „ihren Schwärmen“, und wenn sie angesprochen werden, werden sie rot.

Monika

 

 

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Probleme im Exil

Probleme im Exil


1933 - 1935

2000

 

  • Annas Mutter musste sich selber das Nähen beibringen, um die Kleider der Familie zu nähen.
  • Sie musste viel mehr im Haushalt tun als sonst.
  • Auf dem Wochenmarkt durften nur billige Waren gekauft werden.
  • Die Familie lebt in einer engen, kleinen Unterkunft, weil es kein Einkommen gab.
  • Anna und Max mussten die abgelegte Kleidung von anderen Kindern tragen.
  • Anna und Max mussten in einem Land leben, dessen Sprache sie zuerst nicht beherrschten.

 

  • In Deutschland sind viele Flüchtlinge, die arbeitslos sind. Sie bekommen erst nach 3jährigem Aufenthalt eine Arbeitserlaubnis.
  • Die Flüchtlinge werden von der Bevölkerung häufig nicht akzeptiert.
  • Die Flüchtlinge haben meistens Schwierigkeiten mit der Verständigung. Es ist für Flüchtlinge schwer in ihrer neuen Umgebung Freunde zu finden.
  • Sie können nur schwer einen weiterführenden Beruf erlernen, weil sie keine besseren Ausbildungsplätze bekommen.
  • Flüchtlinge wohnen oft in ärmlichen Unterkünften, weil sie keinen Job haben und so kein Geld verdienen können, um eine hohe Miete zu bezahlen.

Sinem und Miriam

 

 

 

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Judenverfolgung am Beispiel von Onkel Julius

Onkel Julius

Onkel Julius war ein alter Freund von Annas Vater. Er war ein sanfter, kleiner Mann und strahlte immer gute Laune aus. Er arbeitete als Kurator an einem wissenschaftlichen Museum Berlins. In seiner Freizeit beschäftigte er sich damit, in den Zoo zu gehen. Er liebte alle Tiere des Zoos und tat alles dafür, dass es jedem Tier, besonders den Affen (seine Lieblingstiere), gut ging. Während Annas ganzen Exils hielt er Kontakt mit ihrer Familie. Doch eine Hürde gab es für ihn in seinem Leben: Er hatte eine jüdische Großmutter und die Nazis behandelten ihn ebenfalls wie einen Juden.

 

1933

27. Februar

  • Reichstagsbrand
  • Onkel Julius bringt Grüße des Vaters aus Prag - er meint (noch), dass die Flucht in die Schweiz überstürzt sei

01. März

  • Machtergreifung der Nationalsozialisten

01. April

  • Aufruf der Nazis zum Boykott jüdischer Geschäfte

10. Mai

  • Bücherverbrennung

Frühjahr

  • Errichtung von Konzentrationslagern

zwischen Mai und Juni

  • Onkel Julius besucht Annas Familie Zürichsee

20. Juli

  • „Heil Hitler“ als allgemeiner deutscher Gruß

 

1934

August

  • Entfernung der Juden aus der Wirtschaft und aus dem öffentlichen Leben

Herbst

  • Onkel Julius verliert seine Stelle als Kurator am wissenschaftliche Museum und muss bei einer Firma als Handlanger arbeiten

Weihnachten

  • er verliert die Erlaubnis, in den Zoo gehen zu dürfen

1935

Frühjahr

  • Onkel Julius begeht Selbstmord

 

Paul und Robin

 

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Was hat Anna während des Exils gelernt?

Anna hat während des Exils sehr viele Lebenserfahrungen gemacht. Sie hat durch das Exil gelernt, dass man mit Geld sparsam umgehen sollte. Durch die Arbeitslosigkeit des Vaters hatte Anna mehr und mehr auf ihr Geld zu achten.

Außerdem hat sie erfahren, dass es nicht selbst verständlich ist, dass es einem gut geht. Sie hat auch am eigenen Leib erlebt, wie es ist, wenn es einem schlecht geht. Zugleich lernte Anna kleine Geschenke des Alltags (Haarspange etc.) immer mehr zu schätzen. Dadurch behandelte sie Gegenstände vorsichtiger als sonst und freute sich mehr über kleine Geschenke.

Anna ist jetzt geübt in der Verabschiedung von vertrauten Dingen und Personen. Weiter kann sie sich jetzt besser auf andere Sprachen einstellen. Jetzt ist sie auch geübt mit dem Druck, der auf ihr lastet, umzugehen. Sie hat gelernt sich besser anzupassen. Sie lernt durch das Exil verschiedene Kulturen kennen. Dadurch kann sie bestimmte Sachen miteinander vergleichen (z.B. Kulturen, Sprachen, Regeln usw.). Sie hat gelernt, besser über das, was sie sagt, nachzudenken. Sie weiß jetzt, dass man schwere Zeiten am besten mit der Familie zusammen übersteht.

Anna findet heraus, dass man durch Reisen mehr Freunde finden kann. Sie hat erfahren, dass man zu keinem Land richtig gehört. Reichstag Zürichsee Eifelturm Tower Bridge Sie kann jetzt mit den verschiedenen Lebenslagen besser umgehen. Zugleich kann sie die alltäglichen Probleme besser meistern und die Probleme der Erwachsenen verstehen. Sie hat erfahren, von welcher Kultur sie abstammt und welche Folgen das für sie hat. Durch ihre Erfahrung, dass sie Jüdin ist, weiß sie jetzt, dass die Nazis und Hitler ihre Feinde sind.

 

Daniel, Patrick und Robin

 

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Als Hitler das rosa Kaninchen stahl - 7b informiert
Helmholtz-Gymnasium Bielefeld 2000